„Was kostet eine Shopify-Agentur?" ist eine der häufigsten Fragen, die wir hören - und die ehrlichste Antwort lautet erst mal: kommt drauf an. Genau das hilft dir aber nicht weiter, deshalb machen wir es in diesem Beitrag konkret.
Wir zeigen dir, welche Preismodelle es gibt, was den Preis wirklich treibt und mit welchen groben Spannen du je nach Projekttyp rechnen kannst. Alle Zahlen hier sind Orientierung, keine Marktstatistik. Sie sollen dir ein Gefühl geben, nicht eine Rechnung ersetzen.
Die drei Preismodelle einer Shopify-Agentur
Die meisten Agenturen arbeiten mit einer von drei Abrechnungsformen. Oft mischen sich diese auch, je nach Phase im Projekt.
- Stundensatz: Du zahlst nach Aufwand. Gut für kleine, unklare oder laufende Aufgaben, bei denen sich der Umfang schwer im Voraus festlegen lässt. Der Nachteil: Ohne Deckel weißt du vorher nicht, wo du landest.
- Festpreis pro Projekt: Ihr definiert vorab den Umfang, die Agentur nennt einen fixen Preis. Gut für klar abgegrenzte Projekte wie einen neuen Shop oder ein Redesign. Der Preis ist planbar - dafür kostet jede spätere Änderung am Umfang extra.
- Retainer / laufende Betreuung: Ein monatliches Paket für Pflege, Optimierung und neue Features. Sinnvoll, wenn der Shop live ist und weiterwachsen soll.
Beim Stundensatz bewegen sich Agenturen im deutschsprachigen Raum grob zwischen 80 und 150 Euro pro Stunde - je nach Erfahrung, Spezialisierung und Standort. Sehr niedrige Sätze klingen erst mal gut, sagen aber wenig über die tatsächlichen Kosten aus. Denn was zählt, ist nicht der Stundensatz, sondern wie viele Stunden am Ende zusammenkommen.
In der Praxis werden die Modelle oft kombiniert. Der Aufbau des Shops läuft als Festpreis, damit du Planungssicherheit hast. Die laufende Weiterentwicklung danach läuft als Retainer oder auf Stundenbasis, weil sich der Bedarf nicht ein Jahr im Voraus festlegen lässt. Diese Mischung ist meist ehrlicher als ein Festpreis, der alles Zukünftige mitversichern will - denn den bezahlst du am Ende über Risikoaufschläge mit.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Zwei Shops können äußerlich ähnlich aussehen und trotzdem das Drei- oder Vierfache auseinanderliegen. Das liegt an den Faktoren dahinter. Diese Punkte treiben den Preis am stärksten:
- Theme vs. individuelles Design: Ein angepasstes Standard-Theme ist deutlich günstiger als ein Design, das von Grund auf für deine Marke entwickelt wird. Beides kann richtig sein - der Preisunterschied ist aber erheblich.
- Migration: Ziehst du von einem anderen System um (WooCommerce, Shopware, ein alter Shopify-Shop), müssen Produkte, Kunden, Bestellungen und URLs sauber übertragen werden. Je unsauberer die Altdaten, desto mehr Aufwand.
- Apps und Custom-Development: Viele Anforderungen lassen sich über Apps lösen. Manche brauchen echte Programmierung. Custom-Development ist der Posten, der ein Angebot am schnellsten wachsen lässt.
- Datenmenge und Sortiment: 50 Produkte pflegen sich anders als 20.000 mit Varianten, Filtern und Kategorien. Struktur und Datenqualität kosten Zeit.
- Schnittstellen und ERP: Sobald der Shop an ein Warenwirtschafts-, ERP- oder Buchhaltungssystem angebunden wird, kommt Integrationsarbeit dazu. Das ist selten trivial.
- Mehrsprachigkeit und Märkte: Mehrere Sprachen, Währungen und Länder erhöhen den Aufwand in Design, Inhalten und Technik.
- Laufende Betreuung: Ein Shop ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein System, das gepflegt wird. Ob du das intern abdeckst oder abgibst, beeinflusst die Gesamtkosten über die Zeit.
Der größte Hebel ist fast immer der Sprung vom Theme zum individuellen Design in Kombination mit Custom-Development. Ein angepasstes Theme bringt dich schnell und günstig live und reicht für viele Shops völlig aus. Sobald du aber Funktionen brauchst, die es so nicht von der Stange gibt - eigene Konfiguratoren, spezielle Preislogiken, tiefe Integrationen - wird programmiert, und das kostet Zeit. Die Kunst liegt darin, nur das individuell zu bauen, was dir wirklich Umsatz oder Zeit bringt. Alles andere löst du mit vorhandenen Mitteln.
Wenn du verstehen willst, wie sich das auf Shop-Ebene runterbricht, lies auch unseren Beitrag dazu, was ein Shopify-Shop kostet. Dort gehen wir stärker auf die reinen Shop-Kosten inklusive Shopify-Gebühren ein.
Kostenrahmen nach Projekttyp
Jetzt zu den Zahlen - mit der klaren Ansage: Das sind grobe Orientierungs-Spannen, keine belegten Marktpreise. Dein konkretes Angebot kann darunter oder darüber liegen, je nach Umfang und Anspruch.
- Kleiner Standard-Shop (Theme-basiert): Ein sauber aufgesetzter Shop auf Basis eines angepassten Themes, überschaubares Sortiment, keine Sonderfunktionen. Orientierung: grob 3.000 bis 8.000 Euro, je nach Umfang.
- Individueller Shop: Eigenes Design in Richtung deiner Marke, ein paar individuelle Funktionen, saubere Migration, größeres Sortiment. Orientierung: grob 10.000 bis 30.000 Euro, je nach Umfang.
- B2B- oder Custom-Projekt: Kundenspezifische Preise, ERP-Anbindung, komplexe Logik, viele Produkte, mehrere Märkte oder eigene App-Entwicklung. Orientierung: ab etwa 30.000 Euro aufwärts, je nach Umfang.
Dazu kommt die laufende Betreuung. Ein Retainer für Pflege und Weiterentwicklung startet je nach Umfang grob im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat und wächst mit dem, was du erwartest. Auch das ist Orientierung, kein Festpreis.
Wichtig: Diese Spannen überschneiden sich bewusst. Ein „individueller Shop" mit vielen Schnittstellen kann teurer werden als ein einfaches B2B-Projekt. Entscheidend ist nicht die Schublade, sondern dein konkreter Umfang.
Warum „zu billig" am Ende teuer wird
Ein niedriger Angebotspreis ist verlockend. Er wird nur dann zum Problem, wenn er nicht das enthält, was du eigentlich brauchst.
Typisches Muster: Das günstige Angebot deckt die halbe Anforderung ab. Der Rest kommt später als Nachtrag - oder gar nicht. Am Ende zahlst du zweimal: einmal für die günstige Lösung und einmal dafür, sie geradezuziehen. Oder du lebst mit einem Shop, der nie richtig funktioniert.
Woran du das erkennst, bevor du unterschreibst:
- Der Umfang ist vage. Steht nur „Shopify-Shop nach Absprache" im Angebot, ist das kein Umfang, sondern eine Einladung zu Nachträgen.
- Migration und Datenpflege fehlen. Wer den größten Aufwand nicht erwähnt, hat ihn oft nicht eingeplant.
- Testing und Übergabe fehlen. Qualitätssicherung, Schulung und Dokumentation kosten Zeit - und sie sind kein Luxus.
- Support ist nicht geregelt. Was passiert nach dem Go-live? Wer ist erreichbar, wenn etwas hakt?
Ein realistisches Angebot ist selten das billigste. Es ist das, bei dem du am Ende nicht überrascht wirst. Wenn du unsicher bist, ob ein Angebot vollständig ist, sprich es an - oder hol dir eine zweite Einschätzung in einem unverbindlichen Erstgespräch.
Checkliste: Woran du ein sauberes Angebot erkennst
Ein gutes Angebot macht Arbeit transparent, statt sie zu verstecken. Prüf ein Angebot an diesen Punkten:
- Klarer Leistungsumfang. Was ist drin, was nicht? Jede Position sollte benannt sein.
- Design-Ansatz benannt. Theme-Anpassung oder individuelles Design - und warum.
- Migration konkret beschrieben. Welche Daten, aus welchem System, in welcher Menge.
- Apps und Custom-Development getrennt ausgewiesen. Du solltest sehen, was Standard ist und was individuell programmiert wird.
- Schnittstellen genannt. ERP, Zahlungsanbieter, Versand, Buchhaltung - falls relevant.
- Annahmen dokumentiert. Woran ist der Preis gebunden, was passiert bei Änderungen.
- Zeitplan und Meilensteine. Grobe Phasen mit Terminen, nicht nur ein Enddatum.
- Betreuung nach dem Launch. Support, Pflege, Ansprechpartner - schriftlich.
Wenn ein Angebot diese Punkte abdeckt, kannst du zwei Angebote wirklich vergleichen. Ohne diese Basis vergleichst du nur Zahlen, die unterschiedliche Dinge bedeuten. Das ist der eigentliche Grund, warum Shopify-Agentur-Preise für Außenstehende so verwirrend wirken.
Und noch ein Tipp: Frag die Agentur, was sie _nicht_ empfiehlt. Wer dir von einer teuren Sonderlösung abrät, weil sie in deinem Fall keinen Sinn ergibt, denkt in deinem Interesse.
Fazit
Shopify-Agentur-Kosten lassen sich nicht auf eine Zahl reduzieren. Der Preis ergibt sich aus dem Modell (Stundensatz, Festpreis, Retainer), aus dem Umfang (Design, Migration, Apps, Schnittstellen, Sprachen) und aus dem Anspruch an Qualität und Betreuung.
Als grobe Orientierung: Ein einfacher Theme-Shop liegt je nach Umfang im niedrigen vierstelligen bis unteren fünfstelligen Bereich, ein individueller Shop deutlich darüber, ein B2B- oder Custom-Projekt noch mal höher. Betrachte das als Startpunkt für ein Gespräch, nicht als Preisschild.
Der wichtigste Schritt ist, deinen Umfang sauber zu klären. Danach wird aus „kommt drauf an" ein konkreter Preis. Wenn du das durchgehen willst, buch dir ein unverbindliches Erstgespräch - wir schauen gemeinsam, was dein Projekt wirklich braucht und was es realistisch kostet.