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21. Juli 2026·4 Min. Lesezeit

EmDash CMS im Praxistest: Warum wir unsere neue Webseite mit dem WordPress-Nachfolger gebaut haben

EmDash CMS im Praxistest: Was der Open-Source-WordPress-Nachfolger kann, für wen er sich lohnt — und was wir beim Bau unserer eigenen Webseite gelernt haben.

Alle paar Jahre taucht ein neues CMS auf, das „WordPress ablösen" will. Die meisten verschwinden wieder. Bei EmDash ist die Lage anders: Hinter dem Open-Source-Projekt steht Cloudflare, und das Konzept greift genau die Punkte an, an denen WordPress seit Jahren krankt — Plugin-Sicherheit, Performance und die Frage, wie ein CMS im KI-Zeitalter eigentlich funktionieren sollte. Wir haben den Praxistest gemacht: Diese Webseite, auf der du gerade liest, läuft komplett auf EmDash. Hier ist unser ehrlicher Erfahrungsbericht.

Was ist EmDash?

EmDash ist ein Open-Source-CMS (MIT-Lizenz), das Cloudflare als „spirituellen Nachfolger von WordPress" veröffentlicht hat. Technisch ist es komplett in TypeScript geschrieben und baut auf dem Astro-Framework auf — einem der schnellsten Web-Frameworks überhaupt. Inhalte pflegst du wie gewohnt in einem Admin-Bereich mit Editor, Medienverwaltung und Rechtesystem. Der Unterschied liegt darunter:

  • Plugins laufen in einer Sandbox. Bei WordPress stammen rund 96 Prozent aller Sicherheitslücken aus Plugins, die vollen Zugriff auf die Seite haben. EmDash-Plugins müssen ihre Berechtigungen vorher deklarieren — ähnlich wie Apps auf dem Smartphone.
  • KI ist eingebaut, nicht angeflanscht. Jede EmDash-Instanz bringt eine eigene Schnittstelle für KI-Assistenten mit (MCP). Inhalte lassen sich dadurch direkt von KI-Tools pflegen, prüfen und erweitern — sauber über definierte Rechte, nicht über Umwege.
  • Kein Datenbank-Monster. EmDash läuft mit einer einzigen SQLite-Datei, wahlweise auch mit PostgreSQL. Backups bestehen darin, eine Datei zu kopieren.
  • Läuft überall. Cloudflare-Cloud, eigener Server, ein kleiner VPS — alles möglich. Unsere Instanz läuft selbst gehostet auf einem deutschen Server bei Hetzner.

Warum wir von WordPress gewechselt sind

Unsere alte Webseite lief viele Jahre auf WordPress — wie Millionen anderer. Mit der Zeit sammelten sich die typischen Probleme: ein Plugin-Stapel, den man kaum noch überblickt, ständige Sicherheits-Updates, träge Ladezeiten trotz Caching-Plugins und ein Editor, der sich jedem modernen Workflow widersetzt.

Der entscheidende Punkt war für uns aber ein anderer: Wir wollten ein CMS, mit dem KI-Werkzeuge nativ arbeiten können — nicht eines, dem man KI mühsam beibringen muss.

Als E-Commerce-Agentur automatisieren wir täglich Prozesse für unsere Kunden. Da lag es nahe, die eigene Webseite auf ein System zu stellen, das Automatisierung von Grund auf mitdenkt.

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So lief unser Umstieg in der Praxis

Der Wechsel unserer kompletten Webseite — Design, Inhalte, Blog, Zweisprachigkeit — hat keine Wochen gedauert, sondern Tage. Ein paar Dinge, die uns dabei positiv überrascht haben:

  • WordPress-Import funktioniert wirklich. EmDash importiert bestehende Inhalte über die Standard-Exportdatei von WordPress. Unsere Blogbeiträge waren in Minuten drüben — inklusive URLs, die wir für die Suchmaschinen sauber weiterleiten.
  • Eigenes Design statt Theme-Baukasten. EmDash schreibt dir kein Design vor. Unsere Seite ist ein komplett individuelles Theme mit Scroll-Animationen, Video-Hero und 3D-Projektkarussell — alles, was mit modernem Webdesign möglich ist.
  • Mehrsprachigkeit ab Werk. Deutsch und Englisch laufen als echte, getrennt pflegbare Versionen — ohne das Plugin-Chaos, das man von WordPress-Mehrsprachigkeit kennt.
  • Performance ohne Tricks. Keine Caching-Plugins, keine Optimierungs-Tools: Die Seite lädt einfach schnell, weil die Architektur stimmt.

Ein schöner Nebeneffekt für den Datenschutz: Unsere neue Seite kommt komplett ohne Tracking-Cookies und externe Dienste aus. Schriften, Videos und Bilder liegen auf unserem eigenen Server in Deutschland — das macht nicht nur die Datenschutzerklärung kürzer, sondern die Seite auch schneller.

Der Beweis in Zahlen: WordPress gegen EmDash

Damit du es dir nicht nur glauben musst, haben wir es gemessen. Wir haben das Design dieser EmDash-Seite eins zu eins auf WordPress mit Elementor nachgebaut — mit Caching-Plugin, auf demselben Server, auf einer Subdomain. So entstehen faire, gleiche Bedingungen. Dann lief für beide Versionen ein Google-Lighthouse-Test.

Google-Lighthouse-Ergebnis der WordPress-Version mit Elementor: 82 Punkte Leistung und 1,4 Sekunden First Contentful Paint

Vorher: dieselbe Seite auf WordPress mit Elementor und aktivem Caching-Plugin. Quelle: Google Lighthouse.

Google-Lighthouse-Ergebnis der EmDash-Version: 100 Punkte Leistung und 0,5 Sekunden Ladezeit

Nachher: exakt dieselbe Seite auf EmDash. Quelle: Google Lighthouse.

Trotz Video im Seitenkopf lädt die EmDash-Version in einem Bruchteil der Zeit:

  • Leistung: von 82 auf 100 Punkte.
  • First Contentful Paint: von 1,4 auf 0,5 Sekunden.
  • Largest Contentful Paint: von 2,3 auf 0,5 Sekunden — mehr als viermal so schnell.
  • Total Blocking Time: von 80 auf 0 Millisekunden.
  • Speed Index: von 1,6 auf 0,5 Sekunden.

Und der SEO-Wert kletterte von 92 auf 100 — ohne eine einzige Änderung an Inhalten oder Struktur. Allein die schnellere, sauberere Technik hat gereicht.

Für wen lohnt sich EmDash?

Nach unserem Praxistest sehen wir drei klare Zielgruppen:

  1. Unternehmen mit alternder WordPress-Seite. Wenn dein WordPress mehr Wartung frisst als Nutzen bringt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Wechsel — Inhalte und Rankings lassen sich sauber mitnehmen.
  2. Marken, denen Performance und Sicherheit wichtig sind. Schnelle Ladezeiten sind ein Ranking-Faktor und ein Conversion-Faktor. Ein CMS ohne Plugin-Wildwuchs ist dafür die beste Basis.
  3. Teams, die mit KI arbeiten wollen. Wer Inhalte künftig teilweise automatisiert erstellen, übersetzen oder pflegen möchte, bekommt mit EmDash ein System, das genau dafür gebaut wurde.

Ehrlich gesagt: Für einen reinen Fünf-Seiten-Auftritt, der einmal im Jahr angefasst wird, tut es auch ein einfacherer Baukasten. EmDash spielt seine Stärken aus, wenn die Webseite leben soll — mit Blog, mehreren Sprachen, wachsenden Inhalten und Automatisierung.

Unser Fazit

EmDash ist für uns die spannendste CMS-Neuerscheinung seit Jahren — nicht wegen einzelner Features, sondern weil die Grundarchitektur stimmt: sicher, schnell, KI-nativ und ohne Vendor-Lock-in. Dass unsere eigene Webseite darauf läuft, ist das ehrlichste Urteil, das wir abgeben können.

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